2.10.2017 - WIFI Talk mit Reinhold Bilgeri

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Reinhold Bilgeri und Thomas Wachter

Bereits seit zwei Jahren gibt es die WIFI-Talk-Reihe, in deren Rahmen Vorarlberger Persönlichkeiten ihre Geschichte erzählen.

Vor Kurzem war Reinhold Bilgeri zu Gast bei Institutsleiter Thomas Wachter. Unter dem Motto „Mein Leben an der Grenze: Vom Professor zum Popstar, Bestsellerautor und Filmregisseur“ gab er den Zuhörern launige Einblicke in seine sehr abwechslungsreiche Lebensgeschichte. „Schon in den frühen Teenager Jahren begannen sich in mir drei Berufsträume zu einem fixen Muss zu verfestigen: Popstar, Schriftsteller und Filmemacher“, erzählte Bilgeri. Die Stones, Robert Louis Stevenson und Sergio Leone standen Pate bei dieser Sehnsucht, die sich auf abenteuerlichen Umwegen auch tatsächlich erfüllen sollte.

Aufgewachsen in Hohenems, habe es seine Mutter oft schwer mit ihm gehabt. Denn gemeinsam mit Nachbarskind Michael Köhlmeier habe man jede Menge Verbotenes angestellt. Die Folge war, so Bilgeri: „Ich bin aus jeder Schule rausgeflogen. Deshalb hat man mich mit neun ins Internat gesteckt.“

Die Liebe zur Musik sei schon sehr früh da gewesen. Mit 15 gründeten die Jugendfreunde Bilgeri und Köhlmeier ihre erste Rockband. Ihr erster Auftritt bei einem Bandwettbewerb im Sternen in Frastanz sei für ihn ein Schlüsselerlebnis gewesen. „Wir haben den Wettbewerb gewonnen und als sich danach die Kellnerin einfach so auf meinen Schoß setzte, war für mich klar: Das ist es!“

Trotzdem absolvierte er erst einmal ein Lehramtsstudium in Innsbruck, trat währenddessen aber regelmäßig mit verschiedenen Rockbands auf und tourte durch ganz Europa. Parallel dazu schrieb er Hörspiele, Drehbücher, Kabarettprogramme und Erzählungen. Von 1976 bis 1981 unterrichtete er am BG Feldkirch Deutsch, Geographie, Psychologie und Philosophie. Während dieser Zeit sei ihm bewusst geworden, dass er nicht der Typ für einen „nine to five Job“ sei. „Ich möchte das Ding selber machen und kann es nicht haben, wenn mir jemand den Tag einteilt.“

1981 hängte er seinen sicheren Lehrerjob an den Nagel und startete seine Solokarriere mit dem Nr. 1 - Hit „Video Life“, der gleich weltweit verkauft wurde. „Der Weg dorthin war kein leichter und über weite Strecken sehr steinig. Ich musste immer wieder herbe Niederlagen einstecken.“ Es sei für einen Künstler mit das Wichtigste eine wirklich riesige Niederlagentoleranz zu haben.  

Über 25 Charterfolge machten ihn in den 80er und 90er Jahren zum internationalen Aushängeschild der österreichischen Popmusik. In den 90er Jahren spürte er, dass es Zeit für etwas Neues ist und intensivierte seine schriftstellerische Arbeit. Mit seinem Roman „Der Atem des Himmels“ landete er einen Bestseller. Für die Verfilmung wurde er drei Mal für die Romy und auch für den österreichischen Filmpreis nominiert. Der Wunsch Popstar, Schriftsteller und Filmemacher zu werden, den er als großen Masterplan immer im Hinterkopf hatte, erfüllte sich!

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